Schärfegrad & Aroma
Scoville-Werte von knapp über einer Million sprechen Bände. Es sind ungefähr 1.001.000 Scoville. Die Bhut Jolokia oder Bhi Jolokia oder Naga Jolokia hat es in sich, egal welchen Namen man ihr gibt.
Die extreme Schärfe ist das Ergebnis einer besonders hohen Capsaicin-Konzentration. Als natürliche Hybride aus zwei Capsicum-Arten vereint sie die Schärfe-Gene beider Eltern. Das Capsaicin konzentriert sich in der Plazenta der Frucht, nicht in den Kernen.
Im Vergleich zu einer Habanero (100.000–350.000 SHU) ist die Bhut Jolokia drei- bis zehnmal so scharf. Erst die Carolina Reaper (bis 2.200.000 SHU) hat die Bhut Jolokia 2013 als schärfste Chili der Welt abgelöst.
Bhut Jolokia in der Küche
Wegen der extremen Schärfe genügen kleinste Mengen. In Nordostindien wird die Bhut Jolokia traditionell roh zu Reis und Dal serviert oder in Chutneys verarbeitet. Eine einzige Frucht reicht, um eine Mahlzeit für eine ganze Familie zu würzen.
Die Bhut Jolokia eignet sich hervorragend für fermentierte Saucen. Die Fermentation mildert die Schärfe minimal ab und bringt die fruchtigen, leicht rauchigen Noten zum Vorschein. Getrocknete Bhut Jolokia Früchte lassen sich zu Flocken oder Pulver verarbeiten. Sparsam dosiert verleihen sie Eintöpfen, Marinaden und Rubs eine tiefe, anhaltende Wärme.
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Varianten und Verwandte
Die Bhut Jolokia gibt es in mehreren Farbvarianten: rot, gelb, orange, schokoladenbraun und purpur. Die Chocolate Bhut Jolokia hat ein besonders rauchiges, erdiges Aroma. Naga Morich ist eng verwandt (ca. 1.000.000 SHU), mit einem etwas fruchtigeren Profil. Dorset Naga ist eine in England selektierte Variante mit Messwerten bis 1.598.000 SHU unter Laborbedingungen.
Nach der Bhut Jolokia kamen die Trinidad Scorpion (2011, 1.463.700 SHU), die Trinidad Moruga Scorpion (2012, 2.009.231 SHU) und die Carolina Reaper (2013, 2.200.000 SHU). Die Ghost Pepper bleibt aber die beliebteste – weil sie das beste Verhältnis von Schärfe zu Geschmack bietet.
Bhut Jolokia anbauen
Die Bhut Jolokia braucht volle Sonne und Temperaturen über 20°C. In Mitteleuropa am besten im Gewächshaus oder auf der geschützten Südterrasse kultivieren. Die Vegetationsperiode beträgt 120–150 Tage. Durchlässiges, nährstoffreiches Substrat verwenden, Staunässe vermeiden.
Die Samen keimen langsam (14–35 Tage). Eine Heizmatte (28–32°C) beschleunigt den Prozess. Früchte sind reif, wenn sie von Grün zu Rot wechseln und leicht runzlig werden. Eine gut gepflegte Pflanze liefert 20–40 Früchte pro Saison. Beim Verarbeiten Handschuhe tragen – die Capsaicin-Öle können stundenlang auf der Haut brennen.